Bericht für den Monat Dezember

Autor: Olaf Staudt

Zu Beginn der Merkur-Rückläufigkeit entfaltet sich ein Trigon von Jupiter und Neptun, das zusätzlich durch einen Vollmond am 3. Dezember aktiviert wird. Während Jupiter optimistisch und expansiv ist, besitzt Neptun einfühlsame und imaginative Qualitäten. Die Kombination der beiden Planeten fördert Altruismus und spirituelles Wachstum. In negativer Hinsicht verführt der Aspekt zu Leichtgläubigkeit und dem Schwelgen in Illusionen. Unter Umständen kann sogar bewusst die Wahrheit vermieden werden, wenn die Gefahr besteht, dass diese Wahrheit Anlass zur Besorgnis gibt.

Wie bereits in früheren Ausgaben beschrieben, korrelieren Jupiter/Neptun-Verbindungen häufig mit religiösen oder kulturellen Ereignissen. Weitere Entsprechungen sind starke Niederschläge. In unseren Breiten könnten zu dieser Jahreszeit heftige Schneefälle für Chaos sorgen.

Unruhig gestalten sich die Tage um den 13. Dezember, wenn Sonne und Merkur sich in Konjunktion bewegen. Vieles muss erledigt werden, viele Angelegenheiten erfordern gleichzeitig unsere Aufmerksamkeit. In der Politik entspricht die Sonne/Merkur-Konjunktion häufig einem Rollenwechsel: Ein Politiker tritt zurück, ein anderer übernimmt seinen Platz.

Der Neumond vom 18. Dezember deckt sich mit der Halbsumme Uranus/Neptun und fällt außerdem zeitlich exakt mit dem letzten Übergang der Neptun/Pluto-Spiegelung zusammen (Abbildung oben). Möglicherweise rücken nun erneut Themen aus der heißen Phase der Sommermonate oder aus der Zeit Anfang des Jahres in den Vordergrund.

Vom 21. bis 25. Dezember wechseln Saturn, Sonne und Venus in das Steinbock-Zeichen. Hier ist der Impuls für eine Veränderung angelegt, weg von kurzfristigen Zielen und hin zu längerfristiger Planung. Der Transit von Saturn durch den Steinbock wird bis Ende 2020 dauern (unterbrochen von einem kurzen Abstecher in den Wassermann) und ist für sich genommen positiv zu bewerten, denn er bringt Struktur in eine ansonsten chaotische Zeit.

Neptun Spiegelpunkt Pluto

Die übergeordnete Konstellation im Dezember ist die Spiegelung von Neptun und Pluto im hochwirksamen Teiler 4, welche am 18. zum dritten und letzten Mal exakt wird. Auf meiner Homepage schrieb ich zu Neptun/Pluto bereits Anfang 2017 folgendes:

Das Zusammenspiel von Neptun und Pluto ist subtil und noch schwerer einzuschätzen als dasjenige von Uranus und Neptun. Auf einer allgemeinen Ebene hat dieser langsamste aller Zyklen (Dauer: ca. 493 Jahre) viel mit dem Unbewussten des Kollektivs zu tun, mit einer Öffnung für übergeordnete, kollektive Ideen und Inhalte. Ob diese Ideen aufbauend oder zerstörerisch wirken, hängt von den äußeren Umständen ab sowie den anderen mitspielenden Konstellationen.

Anfang der 1930er Jahre ergab sich eine Spiegelung von Neptun und Pluto, ebenfalls in Teiler 4. In dieser besonders schlimmen, von einer weltweiten Wirtschaftskrise zerrütteten Zeit wurden bekanntlich die Wurzeln für die Schreckensherrschaft des Nationalsozialismus, den Holocaust und den Zweiten Weltkrieg gelegt. Es ging damals darum, Deutschland zu alter Größe und Stärke zu verhelfen. 1892 ergab sich die letzte Konjunktion von Neptun und Pluto. Mehr oder weniger alle am Nationalsozialismus Beteiligten hatten diese Konstellation in ihren Geburtshoroskopen.

Die Neptun/Pluto-Spiegelung von 2017 weist gewisse Parallelen zu der Zeit von damals auf. Ohne die 1930er Jahre mit der heutigen vergleichen zu wollen, geht es doch wieder um “Größe und Stärke”, um das “Wir zuerst”. Man denke nur an Donald Trump, der mit den Slogans “Make America great again” und “America first” die Präsidentschaftswahl für sich entschied. Andere Beispiele sind die imperiale Politik Russlands unter Präsident Putin und das diktatorische Gebaren des türkischen Präsidenten Erdogan, der sein Land ebenfalls “groß” machen möchte.

Nun wäre es jedoch verfehlt, Neptun/Pluto-Verbindungen nur in diese eine Richtung zu deuten. Ein Blick auf frühere Perioden, die von Neptun/Pluto geprägt wurden, macht folgendes deutlich: In fast allen Fällen waren tief greifende gesellschaftliche oder politische Wandlungsprozesse im Gange, die mit Unzufriedenheit, Unsicherheit und/oder Terror einhergingen. Häufig herrschten wirtschaftliche Schwächeperioden vor. Es gab gravierende Katastrophen und Unglücksfälle, wobei zum Teil die Nuklearenergie bzw. atomare Bedrohungen eine Rolle spielten.
Als positive Entsprechung kam es zu Annäherungen zwischen rivalisierenden Staaten mit Verträgen und Abkommen als Folge, des Weiteren zu spektakulären Erfindungen und Neuerungen.

Hier eine Auflistung von Entsprechungen, die mir im Zusammenhang mit der aktuellen Spiegelung von Neptun und Pluto wahrscheinlich erscheinen:

  • Die Unzufriedenheit vieler Menschen ist unvermindert groß und könnte im Jahr 2017 auf einen neuen Höhepunkt zusteuern.
  • Überall auf der Welt sind rechtspopulistische Strömungen auf dem Vormarsch und gefährden die demokratischen Werte. Sie schüren Ängste und Vorurteile und versprechen einfache Lösungen.
  • Die Krise, in der sich die Europäische Union seit einigen Jahren befindet, dürfte weiter anhalten oder sich sogar verschärfen. Von Einigkeit ist wenig zu spüren. Auch hier feiern populistische Parteien Wahlsiege am Fließband. Die Konflikte innerhalb der EU können zu politischen Krisen und wirtschaftlichen Verwerfungen führen.
  • Auch außerhalb Europas können wirtschaftliche Verwerfungen eine Rolle spielen und die Finanzmärkte beeinflussen.
  • Die USA sind ein zutiefst gespaltetes Land, das der neu gewählte Präsident Trump nicht wird versöhnen können. Im Gegenteil: Unter seiner Führung ist zu befürchten, dass viele Probleme und Missstände in den USA sich noch weiter verschärfen werden. Auf der anderen Seite könnten die Vereinigten Staaten so stark mit sich selbst beschäftigt sein, dass sie sich aus internationalen Belangen weitgehend heraushalten.
  • Die Terrorgefahr ist weltweit und insbesondere auch in Europa im Jahr 2017 sehr real.

Nun, da die ersten beiden Übergänge der aktuellen Neptun/Pluto-Spiegelung hinter uns liegen, können wir bereits ein vorläufiges Resümee ziehen:
Als der erste Übergang im Februar 2017 fällig war, hatte Donald Trump gerade sein Amt begonnen. Bereits nach kürzester Zeit bestimmten Lügen, Verunsicherung, Chaos und Infragestellung das Bild. Mit hastigem Aktionismus hatte Trump unmittelbar nach seiner Amtseinführung den Eindruck erwecken wollen, dass er ein Mann der Tat ist, der seine Wahlversprechen unverzüglich umsetzt. Dazu gehörte es, mit grimmigem Gesicht im Oval Office zu sitzen und Dekrete zu unterzeichnen.

Trumps Einreiseverbot für Staatsbürger von sieben muslimisch geprägten Ländern wurde von den Gerichten umgehend außer Kraft gesetzt. Seinen Sicherheitsberater musste er nach 24 Tagen im Amt entlassen. Hatte Trump vor der Wahl angekündigt, die unter Konservativen verhasste Gesundheitsreform seines Vorgängers “Obamacare” durch etwas “Wunderbares” zu ersetzen, zeigte sich nun, dass ein konkreter Plan überhaupt nicht vorhanden war. Wie schon im Wahlkampf waren es die “Fake-News-Medien”, gegen die Trump wetterte. Zum Zeitpunkt des ersten Neptun/Pluto-Übergangs war aus der Kritik an Einzelnen bereits ein Generalangriff geworden: Trump versuchte den Menschen einzureden, dass man Nachrichten als solchen nicht mehr trauen könne, weil sie im Sinne des Establishments verfälschten, was sich wirklich abspiele; und dass allein seine Version die glaubhafte sei.

Der zweite Neptun/Pluto-Übergang ergab sich Anfang September, als zusätzlich das Halbquadrat von Uranus und Neptun fällig war: Dies war eine Zeit heftiger Naturkatastrophen: Überschwemmungen, Hurrikans und Erdbeben. Gleichzeitig erlebten wir eine Verschärfung im Atom-Konflikt mit Nordkorea, als das nordkoreanische Staatsfernsehen die “erfolgreiche” Zündung einer Wasserstoffbombe von “beispielloser Kraft” meldete.

Der letzte Neptun/Pluto-Übergang im Dezember könnte weniger spektakulär ausfallen, da das Uranus/Neptun-Halbquadrat zu dieser Zeit nicht wirksam ist. Dennoch gehe ich davon aus, dass wir einige markante Entsprechungen erleben werden. Es könnte allerdings sein, dass diese erst später in ihrer vollen Bedeutung erkannt werden.

Autor: Olaf Staudt

Olaf Staudt, geboren 1964 in München. Seit 2000 Berufsastrologe, Seminarleiter und Autor zahlreicher astrologischer Fachartikel und Schriften. Beratungspraxis und Seminarräume in Grünwald bei München.

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